Interview mit Christian Biber

Découvrez l'interview de Christian Biber.

Was macht das SEHMOBIL so einzigartig?

Es handelt sich um ein modellhaftes Konzept. Wir leisten hier in der Sehbehinderten- und Blindenschul-Szene Pionierarbeit. Unsere Fachkompetenz können wir überall mobil, vor Ort anbieten. Unser Team kommt und diagnostiziert, berät und informiert jeweils ganz individuell. Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Betroffenen.  

Wie kam es dazu, dass Sie das SEHMOBIL gründeten?

Insgesamt gab es zu wenig Unterstützung für sehbehinderte und blinde Schüler, die allgemeine Schulen oder Förderzentren besuchen. Gerade an den Förderzentren gibt es einen hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern, die einen Förderbedarf „Sehen“ haben. Finanzielle Unterstützung erhielten wir dabei von Stiftungen. Die Fortführung unserer Arbeit im Jahr 2017 wird auch durch die Zuwendungen von L’Occitane möglich!  

Welche Erfahrung bei Ihrer täglichen Arbeit mit dem SEHMOBIL ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Es war sehr bewegend, die Erleichterung und Dankbarkeit einer Mutter zu erleben, als sie nach unserer Diagnostik in der Beratung darüber informiert wurde, dass die Lernprobleme ihres Sohnes mit einer speziellen Brille größtenteils behoben sein würden. Der Junge konnte ohne diese Brille die Welt nur verzerrt sehen und war somit beim Lernen beeinträchtigt.  

Was ist die größte Herausforderung bei Ihrer täglichen Arbeit?

Jeder Termin, den wir wahrnehmen, verläuft völlig anders. Es ist ein hohes Maß an Flexibilität notwendig, um den unterschiedlichen Anforderungen zu begegnen. Die Bandbreite reicht von der Einzelfallberatung über Informationsveranstaltungen bis zu Fortbildungen für ganze Kollegien. Dazu kommen noch viele Aspekte, wie die Alterspanne von 5-99 Jahren, unsere große räumliche Zuständigkeit innerhalb Bayerns und die interdisziplinäre Zusammenarbeit vor Ort mit Eltern, Lehrerinnen und Therapeutinnen.  

Was war Ihr größter Erfolg mit dem SEHMOBIL?

Wir sind sehr froh darüber, so frühzeitig mit den Planungen zu diesem innovativen Konzept begonnen zu haben, dass wir quasi mit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ein Angebot für Betroffene und Interessierte schaffen konnten, das die Inklusion, die selbstbestimmte Teilhabe sehbehinderter und blinder Menschen, fördert.